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Geben Sie dem, was in Ihnen ist, die Chance zu sprechen

Eine reflektierende Schreibübung mit 30 Satzanfängen

Manchmal wissen wir genau, was in uns vorgeht, und finden doch keine Worte dafür. Ein anderes Mal spüren wir nur die Unruhe, die Anspannung oder das Gewicht einer Abwesenheit, ohne die Geschichte dahinter zu kennen. In solchen Momenten kann ein unvollendeter Satz unerwartet eine Tür öffnen.

Diese Schreibübung verlangt weder literarisches Talent noch eine geschliffene Sprache oder fertige Antworten. Die Satzanfänge sind behutsame Einladungen, einfach zu beginnen; Sie müssen nur wahrnehmen, wohin sie Sie führen. Vielleicht findet ein Gefühl, das sich bisher nur als Anspannung in Ihrem Körper gezeigt hat, endlich einen Namen. Eine vergessene Erinnerung, ein nie ausgesprochener Satz, ein Gefühl, für das Sie sich geschämt haben, oder etwas, wonach Sie sich insgeheim sehnen, kann an die Oberfläche kommen.

Schreiben kann Ihnen helfen, dem näherzukommen, was Sie gerade erleben, und zugleich ein wenig Abstand zwischen Ihnen und den Gefühlen schaffen, die in Ihnen wirbeln. Was einmal auf dem Papier steht, müssen Sie nicht mehr vollständig in sich tragen.

Sie müssen nicht alle dreißig Sätze vervollständigen. Wählen Sie einen, der Sie innehalten lässt, Ihre Neugier weckt oder sogar einen leisen Widerstand in Ihnen auslöst. Vielleicht verbirgt sich genau dort etwas, das schon darauf wartet, sprechen zu dürfen.

So beginnen Sie

Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und wählen Sie einen Satzanfang. Schreiben Sie davon ausgehend fünf bis zehn Minuten lang, ohne innezuhalten oder zu korrigieren. Ihr Text muss weder schön noch zusammenhängend oder „richtig“ sein. Sie dürfen sich wiederholen, Sätze unvollendet lassen und Dinge schreiben, die widersprüchlich erscheinen.

Lesen Sie die Impulse und wählen Sie denjenigen, der Sie jetzt anspricht – oder den, gegen den sich etwas in Ihnen sträubt.

Wenn das Schreiben zu überwältigend wird, dürfen Sie jederzeit aufhören. Sie müssen nicht alle Türen auf einmal öffnen. Sie können später, in einem Moment, in dem Sie sich sicherer fühlen, zu dem Satz zurückkehren oder ihn mit der Unterstützung einer ausgebildeten Bibliotherapeutin, eines Bibliotherapeuten oder einer Psychologin bzw. eines Psychologen erkunden.

  1. Was mir gerade am schwersten fällt auszusprechen, ist …
  2. Wenn die Stille in mir sprechen könnte, würde sie sagen …
  3. Die Stelle in meinem Körper, an der ich den Schmerz gerade am stärksten spüre, ist …
  4. Das Gefühl, das ich vor anderen am sorgfältigsten verberge, ist …
  5. Ich habe Angst, dass, wenn ich meinem Schmerz wirklich freien Lauf ließe, …
  6. Wenn meine Wut schreien könnte, würde sie sagen …
  7. Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist …
  8. Ich wünschte, ich hätte dir noch sagen können, dass …
  9. Was ich aus allem, was vergangen ist, gern zurückgewinnen würde, ist …
  10. Der Moment, zu dem ich in Gedanken immer wieder zurückkehre, ist …
  11. Was ich mir noch immer vorwerfe, ist …
  12. Wenn ich voller Mitgefühl auf den Menschen zurückblicken könnte, der ich damals war, würde ich sagen …
  13. Das verängstigte Kind in mir braucht, dass ich …
  14. Was die Menschen um mich herum an dem, was ich gerade durchlebe, nicht verstehen, ist …
  15. Heute möchte ich mir erlauben, …
  16. Die Erinnerung, die zugleich schmerzt und tröstet, ist …
  17. Etwas, das du mir geschenkt hast und das ich weitertragen möchte, ist …
  18. Wenn die Abwesenheit eine Landschaft wäre, sähe sie so aus: …
  19. Das Kleinste, das mir heute Halt geben könnte, ist …
  20. Wenn ich meinem zukünftigen Ich einen Brief schreiben könnte, würde ich beginnen: „Ich hoffe, dass eines Tages …“
  21. Was ich seit dem Verlust anders sehe, ist …
  22. Das Wort, das meine innere Welt gerade am treffendsten beschreibt, ist …
  23. Wenn ich niemanden beruhigen oder schützen müsste, würde ich zugeben, dass …
  24. Die Frage, auf die ich vielleicht nie eine Antwort bekommen werde, ist …
  25. Was ich zugleich bewahren und loslassen möchte, ist …
  26. Wenn meine Tränen eine Botschaft trügen, würden sie sagen …
  27. Das kleine Detail, an das sich vielleicht niemand außer mir erinnert, ist …
  28. Wenn ich an dich denke, ist das Erste, was ich sehe, höre oder fühle, …
  29. Was ich unter meinem Schmerz langsam zu entdecken beginne, ist …
  30. Wenn ich mir heute nur einen einzigen sanften Satz schenken könnte, wäre es dieser: …

Die Übung abschließen

Wenn Sie mit dem Schreiben fertig sind, beginnen Sie nicht, das Geschriebene zu analysieren oder zu korrigieren. Legen Sie den Stift beiseite, schauen Sie sich um und benennen Sie fünf Dinge, die Sie sehen. Spüren Sie den Boden unter Ihren Füßen und trinken Sie dann ein paar Schlucke Wasser.

Vervollständigen Sie zum Schluss noch einen letzten Satz:

Jetzt, da ich all das aufgeschrieben habe, brauche ich …

Wichtig zu wissen

Die Inhalte dieser Website sollen Information, Anregung zur Reflexion und emotionale Unterstützung bieten. Sie ersetzen weder die persönliche Begleitung durch eine Psychologin oder einen Psychologen, eine Psychiaterin oder einen Psychiater, eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten bzw. eine andere qualifizierte Fachperson noch eine medizinische Behandlung, wenn diese notwendig ist.

Wenn der Schmerz des Verlusts allein immer schwerer zu tragen ist, bleiben Sie bitte nicht isoliert. Teilen Sie, was Sie erleben, mit einem Menschen, dem Sie vertrauen, und ziehen Sie professionelle Unterstützung in Betracht. Um Hilfe zu bitten ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Akt der Fürsorge für sich selbst.

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